Des images d'Arbon



PuitsPlace du marché de poissonPortPort
Cour des RomainTour de SchädlerChâteauBlason d'Arbon


Geschichte von Arbon


Urzeit


Die Seebucht Arbon, die sich in früheren Zeiten viel weiter landeinwärts erstreckte als heute, ist eine der ältesten bekannten Siedlungsstätten im Bodenseeraum. Hier entdeckte man umfangreiche Ufersiedlungen (Pfahlbauten) aus der Jungsteinzeit (3500 - 2500 v. Chr.) der Pfyner- und Horgener-Kultur. Grabungen in ihrer unmittelbaren Nähe brachten wichtige Funde aus der Frühbronzezeit zutage (1700 - 1500 v. Chr.). Sie sind von europäischer Bedeutung. 


Arboner Dorfleben vor 5400 Jahren

Pfahlbaudorf Bleiche
Vor genau 5370 Jahren fiel das stattliche Pfahlbaudorf Arbon-Bleiche 3 einer Brandkatastrophe zum Opfer. Nach der Feuersbrunst bedeckten mächtige Schwemmsandschichten schützend die Überreste des steinzeitlichen «Pompeji der Ostschweiz» und sorgten damit für ihre perfekte Konservierung über Jahrtausende. In den Jahren 1993 bis 1995 führte das Amt für Archäologie des Kantons Thurgau in Zusammenarbeit mit der Museumsgesellschaft umfangreiche Grabungen durch. Die Haus- und Strassengrundrisse wurden dokumentiert und unzählige Funde geborgen.

Sensationelle Einblicke
Die sensationellen Grabungsergebnisse wurden in einer Sonderausstellung umfassend präsentiert:Hausbau, Handwerk, Handel, Landwirtschaft, Jagd und Fischerei, Küche, Spielzeug sowie Schmuck und Zier der ersten Arboner, ein packendes Kaleidoskop von Originalfunden, Bildern, Texten sowie einem aussagekräftigen Dorfmodell, die die damalige Lebensweise auferstehen lassen. Dass die Ausstellung nach Arbon im Ötzimuseum Bozen, Unteruhldingen, Lenzburg und Zug gezeigt wird, widerspiegelt das enorme Interesse der Fachwelt im In- und Ausland. 


Römerzeit

Aus der Zeit der Römer fand man Zeugen einer Zivilsiedlung am Südhang des Berglirückens. Sie entstand nach dem Bau der Heerstrasse von Vitodurum (Winterthur) nach Brigantium (Bregenz) zu Beginn unserer Zeitrechnung und war bis um 280 bewohnt (erste Erwähnung des Ortsnamens ARBOR FELIX im Itinerarium Antonini um 280). Nach der Eroberung Südwestdeutschlands durch die Alemannen (230 - 260) wurde die Rhein-Bodenseelinie neue Reichsgrenze. Auf der markanten Landzunge bauten die Römer gegen Ende des 3. Jahrhunderts das Kastell. Die Tabula Peutingeriana zeigt es als Anlage mit 2 Türmen. 


Frühmittelalter

Nach dem Abzug der römischen Truppen um 400 erfolgte allmählich die Besiedlung dieser Gegend durch die Alemannen. Ihr Herzogtum wurde Teil des fränkischen Reiches. Als um 610 irische Glaubensboten in Arbon ankamen, fanden sie die aus der Römerzeit erhalten gebliebene christliche, keltisch-romanische Gemeinde vor. Columban und seine Glaubensbrüder zogen weiter. Gallus blieb hier zurück und baute sich im Arboner Forst eine Klause. An ihrer Stelle entstand später das Kloster St. Gallen. Gallus starb hochbetagt in Arbon. 


Mittelalter

Im 8. Jahrhundert kam Arbon zum Grundbesitz des um 600 gegründeten Bistums Konstanz. Auf den Grundmauern des Kastells entstand eine Burg als Sitz der bischöflichen Vögte. Bischof Eberhard von Waldburg verlieh Arbon 1255 das Stadtrecht (Offnung). Aus der gleichen Zeit datiert die noch heute gut erhaltene Stadtmauer sowie der Schlossturm.
Um 1265 weilte der junge Conradin von Hohenstaufen, Herzog von Schwaben, mehrmals auf der Arboner Burg. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einer Kleinstadt von vorwiegend bäuerlich-handwerklichem Gepräge, aber auch schon mit einem beachtlichen Leinwandgewerbe. Äussere Umstände verhinderten ein weiteres Wachstum. 


Neuzeit

Arbon blieb bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts eine bescheidene Kleinstadt. 1692, während des pfälzischen Erbfolgekrieges, liessen sich hier schwäbische Leinwandhändler nieder, um die schweizerischen Handelsprivilegien in Frankreich zu nutzen. Sie entfalteten eine rege Tätigkeit in der Veredelung von Leinwand und deren Verkauf im In- und Ausland.


Ihre stattlichen Häuser sind noch heute eine Zierde des Städtchens. Mit der Französischen Revolution und dem Aufkommen der Baumwolle endete das Jahrhundert der Leinwandblütezeit. 1798 verliess der letzte Vogt des Konstanzer Bischofs das Schloss. Arbon wurde 1803 Teil des Kantons Thurgau. 


Industrialisierung

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Stadt mit der Maschinenfabrik Saurer und später mit der grossen Stickerei Heine Anteil an den weltweiten Erfolgen der Ostschweizer Stickereiindustrie. Ab 1888 baut Saurer nebst Stickmaschinen auch Verbrennungsmotoren, ab 1904 Lastautomobile und später Webmaschinen.

Zahlreiche Unternehmer gründeten weitere Maschinen- und Textilbetriebe. Von 1890 bis 1910 stieg die Einwohnerzahl von 2'500 auf 10'000. Das heutige Stadtbild wurde von dieser stürmischen Wachstumsphase nachhaltig geprägt. Mitte der sechziger Jahre erreichte die Industrialisierung ihren Höhepunkt.


Blühende Industrie

Die Textil- und die Maschinenbranche dominieren die junge Industriestadt. Die beiden bekanntesten und grössten Unternehmen sind die Stickereifabrik Heine und die Maschinenfabrik Saurer.

Weitere wichtige Betriebe mit bis zu 200 Arbeitsplätzen sind: Textilbranche: Seidenbandweberei Stoffel im Schloss; Huber-Zollikofer, Buntweberei und Stickerei im heutigen Stadthaus, Hauptexportland Indien; Stauder, Weisswarenweberei und Stickerei, (später Hügli-Nährmittel von Beat Stoffel), heute Forster Kühlschrankbau; Hardegger, Stickereifabrik, nachmals während drei Generationen Jacob Senn, heute noch einzige Stickerei, im Besitz der Familie Anderegg.Metallbranche: Franz Forster, Kupferschmiede, Haustechnik; Gustav Adolph Saurer, erste Velofabrik der Schweiz, Marke Helvetia, (später Kugellagerfabrik des Konrad Schär); Karl Schnitzler, Kaffeemaschinen, Haustechnik, Arbonia Heizkörper; Karl Bleidorn, Textilmaschinen (später Saurer-Ersatzteillager); Heinrich Vogt-Gut, Apparatebau, Kesselschmiede (später Paul Koenig); Gebrüder Schädler, Bauspenglerei, Metallpresswerk sowie Gerberei Gimmel (vor einem Jahr 150-Jahr-Jubiläum); Burkhard Zöllig, Zimmerei und Holzleimbau. Zahlreiche weitere gewerbliche Kleinbetriebe, Druckereien, drei Banken, der Detailhandel sowie die Hotels mit den Sälen profitieren im Sog der Grossen.



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